Auf Allergien testen

Wie findet man den Auslöser einer Allergie?

Nur selten ergibt sich die Aufklärung eindeutig aus den beobachteten Zusammenhängen z.B. von Löwenzahnwiese und anschließendem Hautausschlag.
Um einen Auslöser zu identifizieren, können klinische und biochemische Untersuchungen, die Allergie-Tests, als diagnostische Hilfsmittel eingesetzt werden.

Das Prinzip aller Allergie-Tests ist es, mit definierten Substanzen zu testen, ob diese bei dem betreffenden Patienten eine allergische Reaktion auszulösen vermögen.
Abgefragt werden die Reaktionen auf Substanzen, sog. Allergene, die bekanntermaßen häufig Auslöser von Allergien sind, wie Pollen, Pilze, Milben, Insekten. Oder Reaktionen auf solche Substanzen, die Beobachtungen zufolge als Auslöser wahrscheinlich sind (Medikament, Futterbestandteil, Pflegemittel).

Allergie-Tests werden in drei unterschiedlichen Weisen durchgeführt:
1. Bei Hauttests wird die Bildung von Quaddeln nach Aufbringen der Allergene direkt auf/in der Haut des Patienten verfolgt. Diese Tests sind in der Humanmedizin unentbehrlich und werden bei Hunden eingesetzt. Bei Pferden werden diese Tests nur in einzelnen Kliniken (TH München) angewendet. Die Haut des Pferdes reagiert sehr empfindlich auf Manipulationen (Scheren und Injektion) und es bedarf kontrollierter Bedingungen und erfahrener Personen, um verläßliche Resultate zu erhalten.

Für Pferde eignen sich eher Allergie -Tests, die an Hand von Blutproben in einem Speziallabor durchgeführt werden: In vitro Diagnostik.

  1. Bei der CAST bezeichneten Methode wird die Reaktion bestimmter Zellen, angereichert aus einer Blutprobe, auf den Zusatz von Allergenen gemessen. Die Methode ist sehr genau und verläßlich. Hohe Anforderungen werden aber an die Frische der Blutprobe und die Qualität der Allergen-Präparation gestellt. Dieser Test wurde in der TH Hannover entwickelt und wird dort im Labor durchgeführt. Er wird eingesetzt, um die Veranlagung eines Pferdes auf Sommerekzem zu überprüfen.
  2. Bei serologischen Allergie -Test wird im Serum des Patienten mit biochemischen Methoden (ELISA) nach Allergie relevanten Antikörpern gesucht, die sich gegen bekannte Allergene oder mutmaßliche Auslöser richten.

Die Antikörper sind im Serum der Blutprobe einige Wochen haltbar. Der Post-Versand der Blutprobe ist daher unproblematisch. Auch spätere weitere Untersuchungen hinsichtlich Reaktionen auf „verdächtige“ Substanzen sind möglich.

Der Gehalt an Allergie relevanten Antikörpern in einer Blutprobe ist ein Abbild der Auseinandersetzung des Immunsystems mit allergenen Substanzen in den vergangenen Wochen und Monaten. Art und Dauer einer Belastungen, aber auch Vermeidungsmaßnahmen und spezifische Therapien verändern den Gehalt dieser Antikörpern mit der Zeit.

Der Unterschied der serologischen Allergie –Test verschiedener Anbieter können sein:

  • Umfang der im Test abgefragten Substanzen (Allergene) und deren Kombination
  • Reagenz, das für den biochemischen Nachweis der relevanten Antikörper eingesetzt wird.

Für die Spezifische ImmunTherapie, genannt Hyposensibilisierung, früher auch Desensibilisierung, ist eine In vitro Diagnostik unerläßlich.

Was sagt ein serologischer Allergie-Test aus?
Werden mit der biochemischen Untersuchung im Serum entsprechende Antikörper gegen eine oder mehrere Testsubstanzen nachgewiesen, so hat man damit den Hinweis, dass diese Substanz(en) als Auslöser einer Allergie in Frage kommen.
Bei der Entstehung einer Allergie sind diese Antikörper zwangsläufig beteiligt, aber die vorhandenen Sensibilisierungen alleine führen nicht in jedem Fall zu einer allergischen Erkrankung.

 

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